Drei kleine, unschuldige Zeilen Polgars,
die so viel aussagen über die überhebliche Sicht des Menschen auf Alltägliches.

Wunder.  Ein Wunder wäre es zum Beispiel, wenn der
Stein, den ich loslasse, in die Höhe schwebte.
Und daß er zur Erde fällt, ist keines?

Genau die richtige Frage stellt Alfred Polgar hier. Wir sind alle so schlau, wir wissen so viel über alles, was uns umgibt. Dass etwas, das man loslässt, dank der Schwerkraft nach unten fällt, ist doch spätestens seit Newton hinlänglich bekannt. Es ist profan, es ist alltäglich, es verwundert niemanden. Wieso eigentlich?

Hier ist einer, der den Blick auch hinter die Kulissen richtet. Einer, der wissen will, warum etwas ist, wie es ist; der den Dingen auf den Grund gehen möchte und aller Welt den Spiegel vorhält: Gar nichts wisst ihr! Wunder geschehen tagtäglich um euch herum, Mitmenschen – und ihr würdigt sie keines Blickes, keines Gedanken. Immer seid ihr auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen, dem Besonderen, dem Fantastischen, und verkennt dabei völlig, dass allein eure Existenz bereits all diese Kriterien erfüllt.

Ich finde, diese drei Zeilen haben sich die Aufnahme ins Schatzkästlein verdient. Polgar ist einfach wunderbar.

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